Andacht zum Monatsspruch April 2018
Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Joh 20,21

„Schön ist die Juhugend…“, so trällert neben mir Margot Rödel, 87 Jahre alt. Was sie dann über ihre Jugend erzählt, ist plötzlich sehr ernüchternd: „Ich wohnte in der Schildstraße und hatte mich als Kind immer über die vielen Soldaten gewundert, die in die Pauluskirche gingen. Am 25. Februar 1945 war meine Konfirmation in der St. Johanniskirche. Als plötzlich am Ende des Gottesdienstes der Alarm losging, rannte ich um mein Leben.“
In Frieden alt werden zu können, betrachtet Margot Rödel als besondere Gnade. Sie lässt sich gern von Jesus ansprechen, wenn er sagt: „Friede sei mit euch!“ Sie will auch hoch betagt als Friedensbotin nicht hinter dem Berg halten und nimmt sich die folgenden Worte Jesu zu Herzen: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“
Schauen wir zurück auf den Moment, als der auferstandene Christus so zu seinen Jüngern sprach. Am Morgen erst hatten sie das leere Grab mit all den Leinentüchern vorgefunden. Jetzt, am Abend haben sie sich in einem Haus versammelt und die Tür aus Furcht verriegelt. Plötzlich trat Jesus in ihre Mitte. Um ihnen die Angst zu nehmen, sprach er zu seinen Jüngern: „Friede sei mit euch!“ Als er ihnen noch seine Wundmale zeigte, waren die Jünger erleichtert und froh. Abermals sagte Jesus: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Dann blies er jeden an und segnete ihn mit dem Heiligen Geist. Diese Aussendung ist der Anfang von Gemeinde, der Beginn, Menschen das Evangelium weiterzusagen: „Friede sei mit euch!“ Was bedeutet dieser Friedensgruß für uns heute? Frieden heißt für uns zunächst die Abwesenheit von Kampf und Streit – als Frieden zwischen den Völkern. Um diesen Frieden müssen wir immer wieder neu ringen. Frieden heißt aber auch, dass wir in der Gemeinde und Familie in Frieden leben und mit den Sichtweisen der verschiedenen Generationen umgehen können. Frieden bedeutet in diesem Sinne auch Wohlergehen. Wir dürfen die Hände falten und danken, wenn uns dieser Frieden geschenkt wird. Dann sollten wir uns auf den Weg machen und diesen Frieden mit anderen weiterleben. Margot Rödel ist mit dabei, solange sie lebt.
Ich natürlich auch und ich bin sicher, dass ich nicht allein unterwegs bin.
Beatrice Rummel